Erfahrungsberichte

Das sagen die Familien über den Uracher Plan:

 

„Unsere Pflegetochter besuchte den Regelkindergarten und wurde planmäßig eingeschult. Sie tat sich in der ersten und zweiten Klasse schwer mit den Lerninhalten, hatte Lernblockaden. Unsere Tochter hatte in ihrer frühen Kindheit Schweres durchlebt und hatte in Folge dessen psychische Störungen entwickelt. Wir standen deshalb immer im engen Kontakt mit Lehrern, Ärzten und Psychologen um sie auf ihrem Weg zu begleiten. Als besonders schwierig erlebte unsere Tochter die Kontakte zu ihren Mitschülern, auch dort erlebte sie immer wieder Gewalt. Sie war erst in der dritten Klasse. Dem Unterricht konnte sie nur schwer folgen und litt unter dem wachsenden Leistungsdruck, der wiederum zu Lernblockaden führte. Sie wandte sich in jeder Angelegenheit, mit der sie selbst nicht zurechtkommen konnte an die Lehrerin, doch anstatt des erwarteten Schutzes wurde sie hier oft abgewiesen. Sie entwickelte psychosomatische Beschwerden. Die ganze Situation belastete uns als Familie sehr. Trotz Gesprächen mit der Lehrerin und der Schulleitung ging es unserer Tochter immer schlechter. Schließlich brach sie nach einem Schulfilm emotional völlig zusammen. Ihre Ängste wurden von Mitschülern und der Lehrerin belustigend kommentiert. Unsere Tochter wagte sich alleine nicht mehr aus dem Haus, ihre Ängste begleiteten sie überallhin. Positive soziale Kontakte hatte sie im Klassenverband nur mit einer Schülerin erlebt, aber auch diese Beziehung war ambivalent, da von den anderen Mitschülern abhängig. Sie entwickelte zunehmend ein negatives Weltbild geprägt von Angst und Gefahr. Mit dem Wort „Schule“ verband sie Angst, Gefahr, Bedrohung, Schutz- und Hilflosigkeit, Ausgeliefert sein. Letztendlich wurde sie von ärztlicher Seite für „nicht beschulbar“ diagnostiziert. Empfohlen wurde eine Schulbefreiung bis zur Stabilisierung, danach eine langsame Heranführung an die Beschulung, stundenweise, je nach Belastbarkeit des Kindes und nur mit einer als sicher erlebten Lehrperson. Dass unser Schulsystem für dieses Kind nicht geeignet sei, stehe fest, doch leider gäbe es in Deutschland keine adäquaten Alternativen. Wir suchten fieberhaft nach einer Alternative, hielten Rücksprache mit Fachstellen und Ämtern. Uns ging es nicht darum gute schulische Leistungen des Kindes zu erzielen, obwohl die Anlagen dazu durchaus vorhanden sind. Uns ging es darum die Lebensfreude unserer Tochter, ihre Hoffnung und Zuversicht in ihre Zukunft und ein positives Weltbild zurückzugewinnen, das Vertrauen in Menschen neu aufzubauen und die Freude am sozialen Miteinander zu wecken und erleben zu lassen. Auf unseren Recherchen stießen wir auf die Landesvereinigung für dezentrales Lernen BW e.V. und die Dietrich Bonhoeffer Internationale Schule, einer reformpädagogischen Schule, die nach dem Konzept des Uracher Plans arbeitet. Nach zwei Hospitationstagen stand für uns fest: hier gibt es Hoffnung für die Heilung unseres Kindes. Da sie an vier Wochentagen in ihrer Lebenswirklichkeit lernen durfte und dadurch einen sicheren emotionalen Rahmen hatte, konnte sie sich fernab von jeglichem Leistungsdruck und emotionaler Belastung stabilisieren. Dieser sichere Rahmen führte im Zusammenspiel mit den freien Angeboten an der Dietrich Bonhoeffer Internationale Schule zu neuer Interessensfindung und langsamem Herantasten an neue soziale Kontakte. Es war erstaunlich miterleben zu dürfen, wie die natürliche Begeisterung und Entdeckerfreude, die Kreativität und Phantasie, aber auch die Leistungsfähigkeit unserer Tochter sich neu zu entwickeln begann. Heute freut sie sich täglich an Entdeckungen in Mathematik, Deutsch, Hauswirtschaft, Naturwissenschaften, Sprachen und Technik. Der gemeinsame Schultag am Donnerstag, ist für sie eine besondere Bereicherung. Hier bekommt sie zusätzliche Impulse, Themenangebote, die wir dann bei Interesse im Alltag aufgreifen und weiter erforschen. Hier wird sie in ihrer Persönlichkeit und ihren Entscheidungen respektiert und von den anderen Kindern positiv aufgenommen. Durch ihre Erfahrung an der DBIS hat das Wort „Schule“ eine neue Bedeutung für sie gewonnen. Sie selbst sagt dazu: „Die DBIS ist die beste Schule! Weil wir in der DBIS die ganze Zeit mit anderen Kindern etwas unternehmen können und interessante Sachen lernen. Weil ich hier keine Angst mehr haben brauche und mit allen Kindern spielen kann und niemand mich auslacht oder ausschließt. In der DBIS habe ich Freunde gefunden!“ Für die gelungene Inklusion der Dietrich Bonhoeffer Internationalen Schule sind wir sehr dankbar. Dass unsere Tochter wieder zu sich finden und Angebote im sozialen Bereich überhaupt an sich heranlassen und annehmen konnte, ist insbesondere dem gelungenen Schulkonzept und der Sozialfähigkeit der dortigen Lehrer und Schüler zu verdanken. Da die DBIS nicht nur für integrationsbedürftige bzw. -gescheiterte Schüler konzipiert ist, sondern eine gute Mischung von „gesunden“ Kindern und Kindern mit besonderen Bedürfnissen hat, kann sie ein positives soziales Grundgerüst bieten, das fähig ist andere Kinder aufzufangen und zu begleiten. Wir wünschten, dass der dringende Bedarf an solchen Schulmodellen erkannt und auch anerkannt würde. “
(Pflegeeltern einer DBIS-Schülerin)


„Es ist für uns wundervoll zu sehen, wie unser Sohn sich wieder zu einem gesunden Jungen entwickeln darf. Er hat die  verlorene Freude wieder gefunden an seinen Hobbys Radfahren Motocross fahren, Karate und Schwimmen.
Die Dietrich Bonhoeffer Internationale Schule ist für uns, so will ich es ausdrücken, ein großer Segen!
Es ist eine wundervolle Zusammenkunft verschiedener Kulturen und Menschen mit verschiedenen Lebenseinstellungen, die fröhlich und tolerant  und engagiert miteinander umgehen und genau diese Eigenschaften an ihre Kinder weitergeben.  Es wird Toleranz und Beziehung zueinander und zu den Kindern gepflegt und groß geschrieben.
Es ist für uns großartig, das so zu erleben und wir sind sehr dankbar Teil dieser Schule sein zu dürfen.“
(Eltern eines DBIS-Schülers)
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„Ich gehöre mit zu den ersten Schülern, die an der DBIS angefangen haben. Nach dem Besuch der öffentlichen Grundschule setzte ich meine Schulzeit an der DBIS fort und schloss sie schließlich erfolgreich mit einer allgemeinen Hochschulreife ab. Diese Zeit an der DBIS war für mich auf der gesamten Linie eine bereichernde Erfahrung und ich schaue gerne darauf zurück. Besonders geschätzt habe ich, dass ich durch das Lernen nach dem Uracher Plan meine Zeit flexibel einteilen konnte und selbstbestimmt und auf eine sehr intensive Weise meinen Interessen nachgehen konnte. Gelernte Kompetenzen, wie z.B. selbstständiges und zielorientiertes Arbeiten, sowie „Wissenshunger“ und Freude am Lernen sind mir in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin sehr zum Nutzen. Soziale Fähigkeiten, wie z.B. authentisch gelebte Rücksicht und Einfühlungsvermögen, sind in meinem Beruf sehr wichtig und haben mir diesbezüglich schon viele positive Rückmeldungen von Kameraden, Arbeitskollegen, und Vorgesetzten eingebracht. Diese sozialen Fähigkeiten werden an der DBIS z.B. beim Arbeiten in altersübergreifenden Gruppen eingeübt, sowie durch das Lernen in einem bunten Umfeld, bestehend aus Menschen mit unterschiedlichsten Herkünften, Lebensweisen und Ansichten.“
(ehemalige DBIS-Schülerin)
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„Unsere Tochter wurde mit 1½ Jahren als „an Taubheit grenzend schwerhörig“ diagnostiziert. Da wir ihr eine möglichst „normale“ Kindheit ermöglichen wollten, ging sie in einen Regelkindergarten. Trotz Unterstützung einer Integrationskraft, wurden die Grenzen dieses Konzeptes schnell deutlich und unsere Tochter musste sich vielen Herausforderungen stellen wie beispielsweise Hänseleien und Verständnisproblemen bei großem Geräuschpegel. Entsprechend intensiv setzten wir uns mit der Frage nach der richtigen Schulform auseinander. Wir sind besonders glücklich, dass sie in der DBIS eine Schule hat, bei der sie ihren persönlichen Fähigkeiten entsprechend lernen kann. Das Lernen Zuhause löst akkustische Herausforderungen, die Ihre Hörsituation mit sich bringt. An den Schultagen kommen ihr die kleinen Lerngruppen, das altersübergreifende Arbeiten entgegen und vor allem, dass jeder hier in seinem individuellen Tempo lernen kann. Da ich als Mutter auch aktiv eingebunden bin, kann ich sie besonders gut unterstützen ohne dass sie für die anderen Schüler eine Sonderstellung innehätte, wie das beispielsweise mit einer Integrationskraft der Fall wäre. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass das Lernkonzept der DBIS eine hohe Flexibilität bietet, was Lernorte und -zeiten angeht, denn aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation ist ihr Kalender gefüllt mit Terminen bei Ärzten, an Kliniken, mit Akkustikern und auch speziellen Fördermaßnahmen. Zu guter letzt ist es einfach schön zu sehen, wie gerne sie an der Schule ist und welche guten Freunde sie hier gefunden hat. So einfach kann Integration funktionieren!“
(Mutter einer UP-Schülerin)


„Unser Sohn (12) ist nun seit fast 1,5 Schuljahren begeisterter Schüler an der DBIS. In dieser Zeit ist er deutlich selbstständiger und selbstbewusster geworden. Er lernt viel effektiver als in seinem ehemaligen großen Klassenverband, vor allem in Mathematik ist er vom Lernstand her weiter als seine Schulkameraden. So bleibt auch noch Zeit für intrinsisch motiviertes Lernen, vor allem im Bereich Computer und Ernährung hat er viel dazugelernt. Wir sind sehr zufrieden mit dem guten Lehrer-Schüler-Verhältnis an der DBIS! Es sind außergewöhnlich engagierte und motivierende Lehrkräfte, die stets strukturiert und kompetent den Lernstoff weitergeben. Für uns ist die DBIS eine zukunftsgerichtete Schulform, die Bildung im 21. Jahrhundert ermöglicht.“
(Eltern eines UP-Schülers)


„Mit dem Thema einer alternativen Beschulung wurden wir konfrontiert, als unser Ältester wegen einer chronischen Erkrankung sehr viele Fehltage in der Schule hatte. Das ständige Hinterherhinken im Lernstoff wurde nervenaufreibend. Inzwischen sind unsere Kinder sowohl in der Regelschule, wie auch zwischen einem und mehreren Jahren in der DBIS gewesen. Dabei haben sie immer von dieser Zeit profitiert: sie haben gelernt, selbstständig zu lernen, die Initiative zu ergreifen, haben ihre Interessen entdecken und entwickeln können, hatten mehr Zeit und konnten ihre Beziehungen zu Familie und Freunden vertiefen, sind gesundheitlich stabiler geworden. Auch wenn sie dann mit neuem Elan wieder in die Regelschule zurückgegangen sind, ging dieser Wechsel problemlos, sowohl was den Lernstoff als auch was den Anschluss an die Klassengemeinschaft angeht. Für uns ist die DBIS eine große Bereicherung der Schullandschaft.“
(Eltern von 3 Kindern zwischen 14 und 19 Jahren)


„Mein Name ist Til, ich bin Schüler an der DBIS. Ich freue mich immer sehr auf unseren gemeinsamen Schultag, v.a. weil ich da viele meiner Freunde treffe. Es gibt spannende Projekte bei denen ich dabei sein kann. Vieles erarbeite ich gemeinsam mit meinen Freunden und einiges machen wir dann zuhause zusammen weiter. Im letzten Jahr haben wir auch viel Theater gespielt und uns dabei alles selber ausgedacht. Oft fahren wir in Fahrgemeinschaft den Weg zur DBIS nach Laichingen. Dann beginnt der gemeinsame Schultag schon morgens lustig. Und nach der Schule nutzen wir den Tag meistens um weitere Freunde zu besuchen, die auf der Alb leben oder wir verlängern unsere gemeinsame Schulzeit auf dem Spielplatz und toben da noch lange rum.“
(Schüler in Klassenstufe 4)


„Unsere Tochter, DBIS-Zehntklässlerin, beschäftigt sich aufgrund ihrer selbstständigen Tageseinteilung mehrmals täglich mit Klavier und Gitarre. So entwickelt sie an der Stelle eine große Freiheit und Kreativität. Dabei setzt sie Anregungen aus dem Internet und aus ihrem Klavierunterricht kreativ um. Sie spielt ohne Noten und verwendet beim Klavier quasi alle Oktaven. Dabei ist sie ganz entspannt und sagt: „Ich spiele einfach meine Gedanken.“ Als Zuhörer spürt man, dass das Ganze „stimmig“ wirkt. Kreativität, Fantasie, Individualität, Persönlichkeit, Ruhe, Freude und vor allem intrinsische Motivation kommen hier zum Tragen.“
(Mutter einer DBIS-Schülerin)


„Die Uracher Plan Schule ist die optimale Schullösung für uns als Großfamilie. Da wir auf einem Bauernhof außerhalb des Dorfes wohnen, sind die Zeiten des lästigen Hin- und Herfahrens, um die Kinder zur Schule zu bringen und abzuholen, zu verschieden Schulen und Schulzeiten, mit der Uracher Plan Schule nun endlich vorbei. Vorbei ist auch, dass Kinder von der Schule nach Hause kommen und ihren aufgestauten Frust an anderen Familienmitgliedern auslassen. Jetzt richtet sich unser Tagesablauf und Leben nicht nach der Schule, sondern nach den Kindern, nach unserer Familie und nach dem Jahres- und Lebensrhythmus. Auch das pädagogische Konzept des Uracher Plans überzeugt, da er bezüglich Lerntempo, Lernstil, Begabung und Interessen jedem Kind gerecht werden kann. Neben dem akademischen Lernen bleibt noch mehr als ausreichend Zeit für Hobbys, Freundschaften, Auslandsaufenthalte und andere Aktivitäten wie z.B. Sportverein und Musikschule. Der Lehrer-Schüler-Schlüssel ist optimal, die Lernumgebung ist einladend warm, häuslich und liebevoll, der Umgang miteinander ist respektvoll. Die Kinder werden in ihre Freiheit hinein begleitet. Am Anfang hatten wir als Eltern noch die Befürchtung, dass es unseren Kindern an Freunden fehlen würde; diese Sorge hat sich nicht bestätigt und obwohl unsere Kinder in der Grundschule auch viel Positives erlebt haben, zurück in die Regelschule wollten sie nie. Mit der Uracher Plan Schule ist es für jedes Kind möglich, mindestens das zu erreichen, was andere Schulen in Bezug auf Wissensvermittlung und Abschlüssen bieten, aber auf eine Art und Weise, die für die gesamte Familie angenehmer ist und mehr Freude macht!“
(Mutter mehrerer DBIS-Schüler)


„Als ich in unsere örtliche Grundschule ging, hatte ich mehr Freunde. Das waren meine Klassenkameraden. Aber es waren vor allem nicht so tiefe Freundschaften. Jetzt habe ich weniger, aber viel bessere Freunde. Manche kenne ich noch aus der Grundschule, mit manchen gehe ich in den Sportverein und einige sind von der DBIS. Mit den Freunden aus der DBIS treffe ich mich natürlich am gemeinsamen Schultag. Da haben wir viel Zeit miteinander etwas zu tun, wie z.B. bei einem Filmprojekt. Aber ich unternehme auch mal unter der Woche oder in den Ferien etwas mit ihnen oder wir treffen uns über das Internet.“
(Schüler)


„Spannend finde ich, dass in der DBIS stets auch aktuelle Themen aufgegriffen werden und dass dabei auch „heiße Eisen“ nicht ausgelassen werden. So hat man sich beispielsweise intensiv mit dem Bahn-Projekt „Stuttgart 21“ (S21) auseinandergesetzt. Man hat sich vor Ort auf der Alb an einer S21-Baustelle über das Projekt informiert. Zugleich hat man aber auch Projektgegner in die Schule eingeladen, die ihre Argumente darlegen konnte und als Zeitzeugen über die Geschehnisse während der Bürgerproteste in den Jahren 2010/11 berichteten. Auch mit dem Thema „Flucht“ hat man sich auseinandergesetzt und an mehreren Tagen einen jugendlichen Flüchtling in die Schule eingeladen. Dieser erzählte aus seiner Heimat und von seiner Flucht von Afghanistan nach Deutschland. Zum Abschluss wurde unter seiner Leitung eine afghanische Mahlzeit hergestellt und gemeinsam genossen.“
(Vater eines DBIS-Schülers)


„Unser Sohn war ca. 1 1/2 Jahre Schüler der DBIS. Wenige Wochen vor seiner Einschulung wurde bei ihm ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert. Er starb schließlich Anfang Juni 2018 mit 13 Jahren. Ich bin der Meinung, dass Lernzusammenschlüsse oder Lernmodelle wie die DBIS wichtig sind und eine Bereicherung für unser Bildungssystem. Sie haben definitiv Schulcharakter und können den Besuch einer Regelschule ersetzen. Es wäre sehr leicht – zu leicht, zu argumentieren, indem ich an dieser Stelle alle Enttäuschungen durch unser herkömmliches Schulsystem auflisten würde. Denn diese Art Schule zu leben wird nicht nur durch Kinder wahrgenommen, die durchs Raster fallen. Und genau diese Tatsache ist wichtig und wertvoll. Nur so ist es auch möglich die Kinder aufzufangen, die „anders“ sind – Kinder, für die diese Schulform in einem entscheidenden Moment der wohl letzte gangbare Weg war oder ist. Die Krebserkrankung unseres Sohnes und die Therapien hatten zur Folge, dass er sehr eingeschränkt war - körperlich, konzentrationsmäßig, in der Arbeitsleistung seines Gehirns und was seine generelle Belastbarkeit anging. Allerdings war er unglaublich wortgewandt und nahm seine Schwächen sehr bewusst wahr. Es war sehr schwierig eine „Nische“ für ihn zu finden, Menschen, die bereit waren, sich auf ihn und seine Bedürfnisse einzulassen, statt ihn in ein Umfeld zu pressen. In ein Umfeld, in dem er nicht klar kommen konnte. Das soziale Miteinander, das wir an der DBIS erleben durften, war heilsam für ihn. Die Tatsache, dass Eltern Teil des Schulalltags sein dürfen, war in unserem Fall von wesentlicher Bedeutung. Nicht, weil es mir als Mutter schwerfiel die Kontrolle abzugeben; sondern weil ich zu bestimmter Zeit nur noch einer der wenigen Menschen war, die überhaupt noch Zugang zu ihm hatten. Durch die Zeit, in der unser Sohn Schüler der DBIS war, durfte ich lernen, dass hier Eltern sind, die aufs Beste bemüht sind, dass ihre Kinder selbstständig und lebensnah lernen und leben können. Es war immer wichtig, dass Kinder erfahren, statt nur zu pauken; dass sie sich unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen anhören und lernen sich damit auseinanderzusetzen. Vor allem wurde sehr viel Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander gelegt. Unsere anderen drei Kinder besuchen Regelschulen. Unsere Lebensumstände und Bedürfnisse waren und sind immer noch so, dass es unsere Kapazitäten sprengen würde weiterhin Teil der DBIS zu sein. Unser Sohn selbst hatte 2017 wieder den Mut gefasst und den Wunsch geäußert, ganz „normal“ zur Schule gehen zu wollen. Er wollte unabhängiger sein. Nach einer nicht einfachen Suche, hatte er das Glück Teil eines inklusiven Projekts an einer Gemeinschaftsschule zu sein, wo es möglich war, mehr als gewöhnlich auf seine Bedürfnisse einzugehen. Von Seiten der Leitung der DBIS wurde unser Sohn ermutigt seinen Weg zu finden und den auch zu gehen. Und sollte es ihm irgendwie nicht gelingen, sich zurechtzufinden, so wurde es ihm gesagt, würde die Türe jederzeit offen stehen.“
(Mutter eines DBIS-Schülers)


„Unsere beiden Kinder waren bis zum Sommer 2018 Schüler der DBIS. Aus beruflichen Gründen mussten wir nach Bayern umziehen. Nun geht der ältere Junge mit sehr guten Noten auf eine öffentliche Realschule in Bayern und unsere Tochter noch in die örtliche Grundschule; auch mit guten Noten. Der Übergang hat problemlos geklappt. Wir als Familie sind so froh und dankbar für die Zeit an der DBIS.“
(Mutter ehemaliger DBIS-Schüler)


„Unser Sohn, DBIS-Achtklässler, befasst sich intensiv mit Natur-Fotografie. Er hat ein feines Gespür für Foto-Situationen in der Natur und versteht die Technik. Seine Kenntnisse erwirbt er bei Foto-Intensiv-Kursen, sowie durch Fachzeitschriften und über das Internet. Die Fotokurse sind Veranstaltungen in fotografisch interessanten Gebieten, die sieben bis zehn Tage dauern und oft auch außerhalb der Schulferien stattfinden. Ein Kurs ist z.B. im Mai auf Fehmarn zur Brutzeit der Vögel, ein Kurs ist Anfang Oktober in Zingst zur Zeit der Zwischenstation der Kranich-Zugvögel. Die DBIS ermöglicht ihren Schülern Sonderurlaub für derartige Intensiv-Unterrichtszeiten, geleitet durch Experten.“
(Mutter eines DBIS-Schülers)

 

Das sagt eine Lehrerin und gleichzeitig Mutter von Schülern an der DBIS:

 

„Als Grund- und Hauptschullehrerin habe ich umfangreiche Unterrichtserfahrungen an unterschiedlichen Regel- und Privatschulen sammeln dürfen. An der DBIS bin ich zugleich als Mutter von drei Kindern und auch als Mentorin in der Primaria (Schüler im Grundschulalter). Eine Stärke der DBIS sehe ich im engen Kontakt und Austausch zwischen Lernbegleitern, Schülern und auch deren Eltern. Auch wenn nur einmal in der Woche ein gemeinsamer Schultag stattfindet, ist eine enge Schulgemeinschaft entstanden. Ganz besonders vorteilhaft erlebe ich es, dass an der DBIS eine sehr individuelle Betreuung für jeden einzelnen Schüler möglich ist, nicht zuletzt aufgrund des hohen Betreuungsschlüssels, da die Altersgruppen recht klein sind und meist mehrere Mentoren/Betreuungspersonen gleichzeitig zur Verfügung stehen. Es gibt viele altersübergreifende Aktivitäten, bei denen die Schüler ihren Interessen entsprechend aus einem Angebot auswählen. Hier wird experimentiert, gebastelt, erkundet, Sport getrieben, Vorträge werden gehalten, es wird gekocht, Theater gespielt etc. Verschiedene Exkursionen, Weihnachts-/Geburtstagsfeiern, Aufführungen gehören zum gemeinsam gestalteten Schulleben. So lernen die Schüler vieles auch voneinander. Es ist schön so viel intrinsischer Motivation zu begegnen.“

 

Das sagt eine GHS-Lehrerin, seit fünf Jahren Lernbegleiterin bei der DBIS:

 

Deutsch: Souverän eigene Texte schreiben

„Zwei DBIS-Schüler schrieben nur äußerst ungern eigene Texte. Aber sie arbeiteten mit längeren Texten aus Büchern, formulierten mündlich eigene längere Texte und lasen täglich mehrere Stunden. Dabei entwickelte sich unbemerkt etwas in ihnen: Mit ca. 13 Jahren beginnen sie, mühelos und freiwillig eigene Texte zu schreiben. Diese Texte sind kreativ, individuell und haben das Niveau der Texte altersgleicher Schüler anderer Schulen.“

 

Mathematik intuitiv

„Ich begleite einen Achtklässler bei folgender Matheaufgabe: „Der PC kostet mit Monitor 640,-€. Der Rechner allein kostet dreimal so viel wie der Monitor. x steht für: …………………. Gleichung: …………………. Antwort: …………………...“ Der Schüler hatte sich bisher noch nicht mit derartigen x-Gleichungen beschäftigt. Er denkt nach, rechnet ausschließlich im Kopf und schreibt dann nach kurzer Zeit die richtige Antwort auf. Mit den vorgegebenen Schritten „x steht für:“ und „Gleichung:“ kann er nichts anfangen, weil er damit bisher kaum zu tun hatte. Er hat zunächst einfach mal sein intuitives Mathematikverständnis angewandt. Das wird von uns nicht kritisiert, weil wir wissen, welche Vorteile derartige intuitive Kompetenzen im späteren Berufsleben haben werden. Erst später werde ich ihm den offiziellen Rechenweg für solche Aufgaben erklären.“

 

Gemeinsamer sportlicher Erfolg im Kletterwald

„Schon mehrmals war die DBIS-Schülergruppe im Kletterwald. Die Mitarbeiter des Kletterwaldes haben die DBIS- Schüler nun seit mehreren Jahren im Kletterwald betreut und beobachtet. Eines Tages kommt die DBIS-Schülergruppe leider – bedingt durch ein Missverständnis – unangemeldet zum Kletterwald. Wir fragen, ob unsere Schüler heute einfach unangemeldet klettern könnten. Die Antwort der Mitarbeiter lautet: „Normalerweise wäre das kein Problem. Aber die Schüler der DBIS klettern und hantieren inzwischen schon recht schnell und geschickt. Da schon andere, weniger versierte Schüler-Gruppen im Kletterwald unterwegs sind, würde es schnell einen „Stau“ geben. Die DBIS-Schüler dürfen nur kommen, wenn der Kletterwald relativ leer ist, damit sie in ihrem schnellen Tempo nicht ausgebremst und frustriert werden.“ Wir freuen uns über die anerkennende, fachmännische Einschätzung der sportlichen Fähigkeiten unserer Schüler und vereinbaren einen anderen Termin.“

 

Handwerk und praktische Bildung

„Die DBIS-Schüler arbeiten zwei Tage in der Werkstatt eines Schreiners und Holzkünstlers mit. Dieser äußerst sich anerkennend über die Ausdauer, Motivation, Ruhe, Konzentration, Geschicklichkeit, Kreativität und das ausgeglichene Sozialverhalten der Schüler. Vergleichbares geschieht in anderen Betrieben, u.a. bei einem Apotheker, der den DBIS-Schülern zeigt, wie er selbst Medikamente herstellt.“

 

Respekt voreinander

„An den wöchentlichen gemeinsamen Schultagen gibt es oft Schüler-Vorträge. Diese fallen sehr unterschiedlich aus. Vom geschickten Redner bis zum Schüler mit starken Sprachproblemen haben alle schon ganz selbstverständlich Präsentationen gehalten. Die Mitschüler hören dabei stets interessiert zu, stellen Fragen, applaudieren. Ausgelacht wird niemand – auch wenn ihm Fehler passieren.“

 

Gelebte Toleranz

„Die Schülerinnen und Schüler der DBIS kommen aus den unterschiedlichsten familiären Hintergründen und Einkommens-Verhältnissen. Sie wohnen teilweise im großstädtischen Raum, aber auch Kleinstadt- und Dorf-Bewohner sind vertreten. Die Eltern arbeiten in den verschiedensten Berufen. Vertreten sind derzeit bspw. verschiedene Berufe im Gesundheitswesen, pädagogische Berufe, Ingenieursberufe, Fachhandelskaufmann, Betriebswirte, Vollzeit-Landwirt, Verkehrsplaner, Sängerin, Tontechniker, Floristin, Kfz-Mechaniker, Übersetzerin, tätig als Selbstständige und Angestellte in den verschiedensten Einkommensgruppen. Auch privat verfolgen die Eltern unterschiedliche Interessen (Verkehrs- und Umweltpolitik, Ernährungsberatung, vegane Ernährung, Permakultur, Kosmetikberatung, Bindungsforschung, alternative Medizin …), kommen aus den unterschiedlichsten weltanschaulichen oder religiösen/konfessionellen Hintergründen. Teilweise gibt es Geschwister, die in anderen Schulen sind, und ein Teil der Familien hat seine Wurzeln im Ausland (Frankreich, USA, Kanada, Russland, Madagaskar).“

 

Schulgemeinschaft

„Ein besonderes Erlebnis für die DBIS-Schüler war die Zeit mit Jona. Zunächst erlebten wir Jona als gesundes Kind, dann folgte eine Zeit, in der er mit einem Gehirntumor kämpfte, an dem er schließlich mit 13 Jahren starb. Die gesamte Schulgemeinschaft hatte regelmäßigen, offenen, ehrlichen und unkomplizierten Umgang mit ihm während seiner Zeit in der Klinik, zu Hause oder bei seinen schließlich immer seltener möglichen Schulbesuchen. Es gab viele Aktionen mit und für Jona innerhalb der Schulgemeinschaft, wie z.B. kleine Geschenke und Briefe, Fotos, Telefonkonferenzen, online-Unterricht usw. Teilweise kam er im Rollstuhl zur Schule und wurde dann begeistert von seinen Freunden gefahren. Für alle DBIS-Schüler war der Kontakt mit Jona eine große Bereicherung und Horizonterweiterung.“

 

Zeit für Persönlichkeitsentwicklung

„Unsere Schüler haben in ihrem Alltag viele Möglichkeiten, in Ruhe zu experimentieren, Dinge zu durchdenken und ihre Persönlichkeit in Ruhe fest zu gründen. Manchmal sitzen sie einfach nur da, schauen aus dem Fenster, verarbeiten und reflektieren die Dinge. Das ist aus unserer Sicht auch in Ordnung so und wir lassen das – soweit in der konkreten Situation möglich – auch sehr bewusst zu. Denn: Ruhe und Sicherheit bilden den Kern ihrer sich entwickelnden Persönlichkeit.“